Gemeinde Niederhelfenschwil
 
Druck als Chance nutzen
02-02-10 12:10
Alter: 218 days


VON: LUCAS KEEL


Kategorie: Gemeinde & Politik, Schule & Bildung


Mit der Pionier-Lösung, dem 50:50 Modell, für die Oberstufe Sproochbrugg sind die Niederhelfenschwiler Ziele erreicht: Weiterhin eine gute Oberstufe mit optimalem Entwicklungspotenzial, eine gleichberechtigte Partnerschaft, in der Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen richtig verteilt sind. Auch finanziell wird die Lösung fair. Was es noch braucht, ist ein «Ja» der Bürgerschaft, vorab der Zuzwiler Bürger.

Die Oberstufenschule Sproochbrugg hat einen guten Ruf: Solide und durchsetzungsfähige Schulführung, gutes Klima, sorgfältiger Umgang mit den Finanzen, zweckmässige Bauten, sichere Wege. Mit rund 280 Schülerinnen und Schülern kann die Schule ein breites Fächerangebot abdecken und ist ideal für die Klassenbildung (3 Sek-, 2 Realklassen). Man kennt sich noch im Schulhaus. Bei schwierigen Beziehungen zwischen Lehrer und Schülern und auch unter Schülern lassen sich bei dieser Grösse noch Lösungen finden. Diese Möglichkeiten haben kleine Schulen nicht mehr – man muss auf Gedeih und Verderb miteinander auskommen. Das ist in der Pubertät nicht immer einfach.

Das 50:50 Modell setzt voraus, dass die Oberstufe von beiden politischen Gemeinden geführt wird. Das bisherige Erfolgsmodell wird mit verbesserten organisatorischen Strukturen fortgesetzt. Die Oberstufenschulgemeinde Niederhelfenschwil würde also aufgelöst und in die politische Gemeinde integriert. Es ist sinnvoll, wenn auch die drei Primarschulgemeinden Niederhelfenschwil, Zuckenriet und Lenggenwil mit «eingemeindet» werden. Nicht nur wegen der Beiträge des Kantons nach dem Gemeindevereinigungsgesetz, sondern wegen der Strukturen der öffentlichen Körperschaften insgesamt. Auch die Energie der Personen, die im Milizsystem arbeiten, soll sorgfältig eingesetzt werden. Die Schulleitungen in den Primarschulen haben sich etabliert. Die Schulstandorte in den Dörfern stehen nicht zur Disposition.

Die ungelöste Oberstufenfrage hatte auch auf die innergemeindliche Organisation in der Gemeinde Niederhelfenschwil Auswirkungen. Die von den Primarschulräten von Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet angestrebte gemeinsame Primarschulgemeinde scheiterte an der Bürgerschaft von Zuckenriet.

Die nun unter der Ägide von Hans Locher geführten Verhandlungen mit der Zuzwiler Delegation waren ausserordentlich konstruktiv und zielorientiert. Die eine oder andere Hürde konnte übersprungen werden. Vor allem konnten sich auch die Primarschulgemeinden am Prozess beteiligen. Das hatte positive Auswirkungen auf den Prozess innerhalb von Niederhelfenschwil.

Die Behörden von Niederhelfenschwil sind überzeugt, dass der Druck der ungelösten Oberstufenfrage auch eine konstruktive Seite hatte. Die offenen Punkte wurden nochmals sorgfältig von allen Seiten beleuchtet. Der jetzt vorgeschlagene Weg mit dem 50:50 Modell ist ebenso einmalig im Kanton wie auch die Situation, dass die Oberstufenschule in der kleineren Gemeinde steht. Massgeschneiderte Anzüge passen in der Regel besser.

Mit der Botschaft erfüllen die Zuzwiler Behörden eine Verpflichtung, ihrer Bürgerschaft sämtliche denkbaren Varianten aufzuzeigen. Welche Variante die beste ist werden die Zuzwiler Bürger wissen. Für die Gemeinde Niederhelfenschwil ist das 50:50 Modell sicher eine gute Lösung.








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